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Goldstadtfieber & Pforzheimer Goldrausch

Über Jahrzehnte hinweg fasziniert das Thema rund um Country und Western Groß und Klein. Wer hat als Kind nicht gerne Cowboy und Indianer gespielt? Ferner sind Filme über Winnetou und Persönlichkeiten wie John Wayne auch heute nicht nur Erwachsenen ein Begriff.

Besonders in den letzten Jahren ist eine erneute Popularität des Themas in der breiten Öffentlichkeit zu erkennen. Noch in den 90er Jahren gewann die schwedische Band Rednex weltweit mit ihrem modernen Countrysound Massen an Fans und revolutionierte die Countrymusik. Spätestens seit dem Auftritt von Texas Lighting mit ihrem Hit „No No Never“ beim Grand Prix D’Eurovison, hat das Countryfieber auch Deutschland erreicht. Der Hype um Johnny Cash, der mit dem erfolgreichen Kinofilm „Walk the Line“ seinen Höhepunkt erreichte, war selten so groß wie heute. In den letzten Jahren avancierte der „Man in Black“ weitaus über die Grenzen der Vereinigten Staaten zur Kultfigur. Neue Countrybands wollen die Countrymusik von ihrem Ruf der Rückständigkeit befreien – es scheint als sehne man sich wieder nach handgemachter Musik. Und spätestens seit Lederstiefel und bestickte Hemden im Sortiment der großen Warenhäuser anzutreffen sind, ist sicher, dass Country eine anhaltende Bewegung auch im Modetrend aufzeigt.

Vor diesem Hintergrund veranstaltet das Citymarketing jedes zweite Jahr den „Pforzheimer Goldrausch“ in Verbindung mit dem verkaufsoffenen Sonntag im Frühjahr und bietet den Besuchern der Goldstadt an, Country und Western hautnah zu erleben! Eine Vielzahl an Aktionen und musikalischen Darbietungen verbreiten ein außergewöhnliches Western-Feeling. Bullriding, Hufeisenwerfen, Goldschürfen und klassische amerikanische Country-Musik erwartet die Gäste der Pforzheimer City. Das heißt: Spaß für die ganze Familie!

Neben der Popularität des Themas Country & Western wurde auch die Verbindung zwischen der heutigen Goldverarbeitung und der legendären Goldgewinnung als Anlass für den „Pforzheimer Goldrausch“ genommen. Während der Zeit des Goldrausches, hauptsächlich im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, suchten Goldsucher bzw. Goldgräber in vielen Ländern der Welt ihr Glück von Wohlstand und einem besseren Leben. Familienweise zogen sie von ihrer Heimat fort, um ihr Glück in menschenleeren Regionen zu finden. Vom Pioniergeist getrieben auf der Suche nach dem wertvollen Edelmetall wurde so der Westen der USA besiedelt. Nach einer unbestimmten, von Strapazen begleiteten Reise fanden aber nur wenige den erhofften Schatz und wurden wirklich reich.

Goldstadt Pforzheim

Gold hat in der Stadt Pforzheim eine lange Tradition, die bis ins Jahr 1767 zurückgeht. In diesem Jahr gab der Markgraf Karl Friedrich von Baden dem Südfranzosen Jean François Auran die Erlaubnis zur Eröffnung einer Taschenuhren- und Bijouteriefabrik in der Stadt. Der Grundstein für Pforzheims goldene Zeit war somit gelegt! Noch im gleichen Jahr wurde Auran das Einverständnis zu einer Erweiterung seines Betriebes in eine Schmuck- und feine Stahlwarenfabrik erteilt. Arbeitsstätte war das damalige Waisenhaus am Enzufer - ein ehemaliges Dominikanerinnenkloster.

Es dauerte nicht lange bis die Uhren- und Schmuckmanufaktur ausgeweitet wurde. Durch privatwirtschaftliche Initiativen avancierte Pforzheim zur bedeutendsten Fabrikstadt der Marktgrafschaft Baden. Ein Jahr nachdem der Franzose Auran seine Fabrik eröffnet hatte, entstand in Pforzheim die erste Gewerbeschule der Welt – eine Goldschmiede- und Uhrmacherschule. Die Stadt lag günstig als Verkehrsknotenpunkt zwischen den Hauptachsen Prag-Paris sowie Frankfurt-Ulm und konnte somit selbst ins ferne Ausland, in dem die Goldstadt als „Klein-Genf“ bezeichnet wurde, seine kostbaren Waren liefern. Um 1800 galt Pforzheim mit 900 Fabriken als wichtigster Bijouteriestandort der Welt. 1913 arbeiteten von den 75.000 Einwohnern der Stadt allein fast 37.500 Personen in dem Schmuck- und Uhrengewerbe. Zu dieser Zeit wurde in Pforzheim auch das Weißgold entwickelt, eine blassgetönte Goldlegierung, die als kostengünstiger Platinersatz gilt.

Als während des Zweiten Weltkrieges am 23. Februar 1945 die Stadt innerhalb einer halben Stunde fast vollkommen zerstört wurde, glich auch die Schmuckindustrie der Goldstadt dem Erdboden. Schnell begann jedoch der Wiederaufbau, sodass Pforzheim sich bereits 1953 wieder zu den Hauptlieferanten der Welt für Schmuck zählen konnte. Heute werden über 11.000 Arbeitnehmer in der Schmuck- und Uhrenindustrie beschäftigt. Diese reicht von traditionellen handwerklichen Manufakturen bis hin zur modernen, hochtechnisierten Produktion. Insgesamt werden ca. 70% des deutschen Schmuck- und Silberwarenindustrieumsatzes in der Goldstadt erwirtschaftet.

Des Weiteren zählt die Goldstadt mit dem Schmucktechnologischen Institut der Hochschule für Gestaltung, Wirtschaft und Technik auch als bedeutende Ausbildungsstätte. Ebenfalls ist die bereits 1768 gegründete Goldschmiedschule immer noch Ausbildungsort für alle Schmuck- und Uhrenberufe. Das weltbekannte Schmuckmuseum Pforzheim beherbergt eine weltweit einzigartige Sammlung an Schätzen der Schmuckgeschichte und die „Schmuckwelten Pforzheim“ bieten im Herzen der Goldstadt ein in Europa einzigartiges Einkaufserlebnis.

Goldgewinnung und Goldverarbeitung

Gold ist eines der ältesten Metalle, das von den Menschen verarbeitet wird. Erste Verarbeitungen fanden bereits in der Kupferzeit statt. In Europa geht man davon aus, dass die Bearbeitungen des Edelmetalls bereits um 2000 v. Chr. stattfand. Gründe dafür sind die auffällige glänzende Farbe des Goldes und die einfache Tatsache, dass es sich leicht verarbeiten lässt!

Seit jeher ist das Metall sehr begehrt und schon immer galt es als äußerst wertvoll. Im Mittelalter versuchten Alchemisten verzweifelt das Geheimnis um die Herstellung des Edelmetalls zu ergründen. Doch selbst dem Universalgenie Isaac Newton gelang dies nicht. Aufgrund ihrer Erfolglosigkeit wurden viele von ihnen somit einfach als Scharlatane abgestempelt. Immer wieder kursierten Gerüchte um Länder, in denen „das Gold auf der Straße liegt“. So suchten die Spanier die sagenumwobene Stadt Eldorado, in der selbst die Straßen aus Gold bestanden.

Durch große Goldfunde im 19. Jahrhundert kam es dann zu „Goldräuschen“ auf verschiedenen Kontinenten. Die Menschen wurden vor allem in Australien, Südafrika und den USA vom Goldfieber angesteckt. Familienweise zogen sie von ihrer Heimat fort, um ihr Glück in menschenleeren Regionen zu finden. Vom Pioniergeist getrieben auf der Suche nach dem wertvollen Edelmetall wurde so der Westen der USA besiedelt. Nach einer unbestimmten, von Strapazen begleiteten Reise fanden nur wenige den erhofften Schatz und wurden reich. Eine große Zahl dieser Pioniere und Abenteurer kam bei der Suche nach Ihrem Glück sogar ums Leben. Insbesondere in Colorado und Kalifornien fand neben Alaska der größte Goldrausch statt. Noch heute wird dort nach Gold gegraben und die USA gehört neben Südafrika, Australien und Russland zu den Ländern mit dem größten Goldvorkommen.

Da Gold chemisch nicht stark reagiert, ist das Lösen aus anderen Materialien nicht einfach. Die Goldwäsche wurde schon in der Antike durchgeführt und ist das einfachste Verfahren, um Gold zu gewinnen. Dabei wird die hohe Dichte des Goldes genutzt. Es wird aus Flussablagerungen gewonnen, indem zermahlendes Gestein mit Wasser aufgeschlämmt wird. Da Gold schwerer als der umgebende Sand ist, wird es schneller unten abgesetzt und kann so abgetrennt werden. Zu bemerken ist hierbei jedoch, dass das Verfahren sehr zeitaufwendig ist und große Goldnuggets eher eine Seltenheit sind. Feine Goldblättchen sind meist alles, was zu finden ist. Jeder Goldsucher sollte also viel Geduld mit sich bringen!