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Goldstadt würdigt die Pforzheimerin Bertha Benz mit einer Skulptur von René Dantes

Verkehrsverein stiftet Denkmal

Der Verkehrsverein Pforzheim hat mit Unterstützung zahlreicher Mitglieder, Persönlichkeiten und Sponsoren der Goldstadt ein Denkmal zur Erinnerung an die gebürtige Pforzheimerin Bertha Benz gestiftet, das im Mai 2008 offiziell übergeben und eingeweiht wurde. Damit möchte der Verkehrsverein an die bahnbrechende Pioniertat von Bertha Benz erinnern, die im August 1888 zusammen mit ihren Söhnen Eugen und Richard die erste Fernfahrt der Welt mit einem Automobil unternommen hat. Die äußerst beschwerliche Fahrt ging über „Stock und Stein“ von Mannheim in ihre Heimatstadt Pforzheim. Damit bewies die couragierte Frau ihrem Mann Carl Benz, der von der heimlichen Fahrt nichts wusste, dass sein dreirädriges Vehikel auch für weite Strecken tauglich ist. 

Gestaltung durch René Dantes

Für die Umsetzung des Bertha Benz-Denkmals konnte der Verkehrsverein mit dem Pforzheimer René Dantes einen Künstler beauftragen, der schließlich eine eindrucksvolle, in vielerlei Hinsicht überzeugende Skulptur geschaffen hat. Ihre Enthüllung, an der auch Jutta Benz, die Urenkelin von Bertha Benz, etliche Repräsentanten der Stadt Pforzheim sowie Vertreter der Daimler AG beteiligt waren, wurde mit einem themenspezifischen Rahmenprogramm für die ganze Familie gefeiert, bei dem unter anderem die Geschichte des Automobils von seiner Erfindung bis heute mit aktuellen und nostalgischen Fahrzeugen dokumentiert wurde. Eine zum Ereignis vom Verkehrsverein Pforzheim aufgelegte „Bertha-Benz-Broschüre“ kann bei der Tourist Info Pforzheim für einen Unkostenbeitrag von 2,00 € erworben werden.

Der Entwurf

Die etwa 3 - 4 m lange und 2 m hohe Skulptur zeigt unverwechselbar eine in der Formensprache des Künstlers René Dantes dargestellte, weibliche Figur auf einem reduziert dargestellten dreirädrigen Fahrzeug. Während sich die aus satiniertem Edelstahl gefertigte Figur von dem aus dunkelbraun patiniertem Edelstahl geschaffenen Gefährt deutlich abhebt, stellen sie formal gesehen eine untrennbare Einheit dar. Auffallend an René Dantes’ Entwurf ist der Aspekt der Bewegung. Die räumliche Linienführung der Räder vermittelt dem Betrachter den Eindruck eines Gefährts in Fahrt - ein Ausdruck für die hohe Mobilität der Gesellschaft. Diese historische Fahrt von 1888 war nicht nur sehr bewegt sondern hat bis heuteviel bewegt“ – so der Künstler. Die gesamte Skulptur ist auf einem ca. 25 cm hohen Fundament gedacht. Nach der Vorstellung des Künstlers soll dieses aus einer in Edelstahl gefassten Kopfsteinpflasterung bestehen. Diese von Hand geschlagen Straßensteine aus Granit sind original aus der damaligen Zeit vorhanden und verweisen auf die historische Bertha Benz-Fahrt.

Standort Waisenhausplatz

Nach intensiven Prüfungen von mehreren Standortmöglichkeiten sind der Verkehrsverein Pforzheim und der Künstler der festen Überzeugung im Areal „Waisenhausplatz“ den idealen Denkmalstandort vorzufinden. Er ist nicht nur Teilstrecke der historischen Bertha Benz-Fahrt, sondern bildet zwischen den beiden Kulturbereichen Stadttheater und CongressCentrum Pforzheim ein ideales Umfeld. Auf diesem „Kulturareal“ wird der Betrachter eingeladen sich nicht nur mit dem Kunstwerk, sondern auch mit der Persönlichkeit Bertha Benz und ihrer historischen Tat auseinanderzusetzen.