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Christian Ferdinand Oechsle

Mechaniker und Erfinder

Christian Ferdinand Oechsle wurde am 26. Dezember 1774 in Buhlbach (heute Gemeinde Baiersbronn, Kreis Freudenstadt) geboren. Oechsle absolvierte zunächst eine Goldschmiedelehre in Öhringen und siedelte dann nach Pforzheim über; seit 1800 arbeitete er als Kabinettmeister in einer größeren Schmuckfabrik. Zehn Jahre später machte sich Oechsle mit einer mechanischen Werkstätte selbständig. Er produzierte Brücken- und Präzisionswaagen, daneben aber auch diverse andere Geräte und Instrumente. Außerdem betätigte sich Oechsle als Erfinder, etwa als er 1829 einen "Wecker, der zugleich ein Licht anzündet" auf den Markt brachte. Seit 1820 übte Oechsle auch die Funktion des amtlichen Goldkontrolleurs aus, das zugehörige Jahresgehalt von 400 Gulden sicherte ihm und seiner Familie eine solide Existenzgrundlage.

Die Wein- und Mostwaage

Bekannt wurde Christian Ferdinand Oechsles Name aber vor allem in Verbindung mit der Messung des Mostgewichtes des Weines. Nicht umsonst spricht man in diesem Zusammenhang bis heute von "Oechsle-Graden". Erfunden hat Oechsle die Weinwaage indessen nicht, Philipp Mathäus Hahn etwa hatte bereits im 18. Jahrhundert eine ähnliche Mostwaage konstruiert. Oechsles Verdienst war es, die Verbreitung der Weinwaage und die Vereinheitlichung der Messung entscheidet gefördert zu haben. Man kann also sagen, dass Ferdinand Oechsle der Konstrukteur der Original „Oechsle-Waage“ ist, wie sie heute noch in Gebrauch ist. Eine Original Oechsle-Waage ist im Stadtmuseum Pforzheim zu besichtigen. Christian Ferdinand Oechsle starb am 17. März 1852 in Pforzheim.

Werke

Ueber die Kupellenprobe des Goldes und Silbers vermittelst der Aeolipill, für Gold- und Silberarbeiter, Pforzheim 1832 - Ueber die Silberprobe auf nassem Wege, Pforzheim 1833 - Ueber den Gebrauch der Most- und Weinwaage. Pforzheim 1835